Suetschach

Aus der Geschichte von Suetschach (slowenisch Sveče)

Suetschach ist ein altes Dorf und liegt in der Mitte des schönen Rosentales, welches von der Drau durchflossen wird. Im Süden ragen die Felswände der Karawanken mit dem Hochstuhl (Stol, gesprochen Stou), dem Kossiak/Geißberg (Kozjak), der Kotschna (Kočna) und dem Kahlkogel (Golica) zum Himmel und bilden einen imposanten Hintergrund.

Die erste Erwähnung der Siedlung gibt es schon im 13. Jahrhundert:
geschrieben Zwenkach, in villa Zwenca – ausgesprochen wahrscheinlich Svenčah.
Der Name des Ortes wird vom altslawischen Adjektiv svent/heilig abgeleitet und bedeutet soviel wie „Siedlung des Heiligen“ oder „Heiliger Ort“.

Suetschach - alte Ansichtskarte

Suetschach – alte Ansichtskarte

Im 13. Jahrhundert dürfte auch der erste Kirchenbau in Suetschach erfolgt sein. Die Kirche war eine Filiale der Urpfarre Kappel an der Drau bzw. des Zisterzienserklosters Viktring bei Klagenfurt.
Die Mönche dürften auch die Wahl des Kirchenpatrons – des hl. Lambert – beeinflusst haben, da sie in Suetschach und Umgebung viele Besitzungen hatten. Das jetzige Kirchengebäude ist spätgotisch. Die Reihe der selbstständigen Pfarrherren riss seit dem Jahre 1737 bis heute nicht ab.

Sveče – Hans Staudacher „Mrzel veter tebe žene“ (1984)

Im Jahre 1972 gab es in Kärnten Gemeindezusammenlegungen. Der Großteil der Gemeinde Weizelsdorf (Svetna vas) fiel zur Gemeinde Feistritz, sodass nun die Gemeinde Feistritz i. R. ungefähr 2700 Einwohner zählt. Der Gemeinderat setzt sich in dieser Periode (ab 2003) wie folgt zusammen: 11 Sitze SPÖ, 2 FPÖ, 3 ÖVP, 3 Volilna skupnost (Wahlgemeinschaft). Die Gemeinde Feistritz im Rosental ist zweisprachig mit einer zweisprachigen Volksschule, auch der Gemeindekindergarten führt seit dem Schuljahr 2000/01 eine zweisprachige Gruppe (deutsch/slowenisch) mit dem Zusatzangebot Italienisch. Suetschach ist Sitz der Pfarre, welche ebenfalls in beiden Landessprachen geführt wird. Zur Pfarre Suetschach gehören folgende Dörfer und Weiler: Suetschach – Sveče, Keuschach – Kajže, Oberkrajach – Zgornje Kraje, Unterkrajach oder Maut – Spodnje Kraje oder Muta, Ladinach – Ladine, Feistritz – Bistrica, Matschach – Mače/Mačin´, Sinach – Sine, Bärental – Rute, Polana, Sala – Sava (selo = Siedlung).

Bei der Volkszählung aus dem Jahre 1890 wurden in der Gemeinde Feistritz im Rosental 189 Häuser und 1752 Einwohner gezählt. Davon waren 1682 slowenischsprachig, 61 deutschsprachig. Heute (Volkszählungsergebnisse aus dem Jahr 2001) leben in der Gemeinde 2700 Menschen, davon gaben 340 auch Slowenisch als Umgangssprache an.

Neben der Galerie/Galerija Gorše (seit 1975) gibt es in Suetschach ein Krampusmuseum (seit 1994; das Erste dieser Art in Österreich). Sehenswert ist auch die ehemalige Dorfschmiede, die heute ebenfalls ein Museum ist, sowie der ehemalige Dachboden der Schmiede, welcher seit 2002 das Rosenmuseum beherbergt.

Haus- bzw. Vulgonamen in Suetschach (Auswahl)

Preglij, pri Pregliju / beim Preglij) Einspieler-Stammhaus;
Kuraž, pri Kuražu / beim Kuraž (Erasmus, Erazem);
Ukele, pri Ukelnu / beim Ukele (Lukas, Lukele),
Keznar, pri Keznarju / beim Keznar – abgerissen – (krznar = Kürschner);
Kocjan, pri Kocjanu / beim Kocjan (sv. Kancijan / hl. Kanzian);
Jošt, pri Joštu / beim Joscht (sv. Jodokus / hl. Jodokus);
Jošt´č, pri Jošt´ču / beim Jošt´č (sv. Jodokus / hl. Jodokus);
Mahar, pri Maharju / beim Mahar (sv. Mohor / hl. Hermagoras);
Butij, pri Butiju / beim Butij (butij = smrdokavra / Wiedehopf);
Markuc, pri Markucu / beim Markuc (sv. Marko / hl. Markus);
Mežnar, pri Mežnarju / beim Mežnar (lat. mansionarius);
Vrbnik, pri Vrbniku / beim Vrbnik,
jetzt „Galerie Gorše“ – (vrba = Weidenbaum);
Hašpirč (Gašpar, Hašpar = Gasper, Kaspar);
Kramar, pri Kramarju / beim Kramar;
Kosem, pri Kosmu / beim Kosem (sv. Kozem, hl. Kosmas);
Vršič, pri Vršču / beim Vršič (sv. Urh, hl. Ulrich; oder: vrh = Gipfel, Anhöhe);
Hoisl (Matija, Matthias);
Mišelovc (sv. Mihael, hl. Michael; vgl. Šmišov);
Kajžnik (kajža = Keusche);
Bvatin (sv. Valentin, hl. Valentin);
Vah, pri Vahu / beim Vah (Lah, iz Laškega = der Welsche);
Vucar (Lurzer);
Skočaj (poskakovati = springen; vgl. Springer, Hipfl);
Čotelj (čotati = šepati = hinken);
Kovač, Radar (= kolar), Pek (= Bäcker) u.a.

Einige typische Flurnamen:

Prod, v Produ; Reber, pod Rebrjo; na Kvanc´ (´ steht für einen Halblaut), v Lam´; Pliš, pod Plišam (= plešast, pleša = kahl, unbewachsen);
Dobrava, na Dobril´; Ježe, na Ježah; na Razpotju; v Kotu;
na Zdravju (jetzt unter Wasser = na Za-Dravju = hinter der Drau); na Ladin´; v Sečah u.a.

Im Süden des Dorfes befindet sich der mächtige Gebirgszug der Karawanken mit dem Vorgebirge. Der höchste Berg ist der Hochstuhl (slowenisch Stol), davor befindet sich der Kossiak, auch Geißberg, westlich des Hochstuhls der Wainasch (Vajnaž), die Kotschna (Kočna) und der Kahlkogel (Golica). Ganz nah am Dorf erhebt sich der Matschacher Gupf (Mačinski vrh), östlich davon der Singerberg (Žingarica).

Der Berg Kotschna - alte Ansichtskarte

Der Berg Kotschna – alte Ansichtskarte

Nördlich des Dorfes liegt das Sattnitz-Gebirge (Gure = gore = Berge) mit den Orten Moschenitzen (Moščenica), Fellersdorf (Bilnjovs), Pugrad, Bach (Potok), Wellersdorf (Velinja vas) u.a.

Nördlich des Dorfes floss früher die Drau, die jetzt gestaut ist.

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